Verteidigung von Jackson hebt die verzögerte Beweismittelprüfung hervor
Die Geschworenen im Michael-Jackson-Prozess erfuhren am Donnerstag, dass die Behörden an dem aus dem Neverland-Anwesen des Entertainers sichergestellten Erwachsenenmaterial erst lange nach der Beschlagnahme Fingerabdrucktests durchführten. Die Anklage brachte zwei Zeugen, die zu den technischen Details der Durchführung von Fingerabdrucktests und zur Untersuchung von Beweismitteln aussagten.
Zeuge Antonio Cantu, Leiter der forensischen Abteilung des Secret Service, erklärte, er sei sich der Verzögerung bei den Fingerabdrucktests nicht bewusst gewesen und räumte ein, dass es vorzuziehen gewesen wäre, die Tests sofort durchzuführen.
Unter direkter Befragung durch die Anklage versuchte Cantu der Jury zu erklären, dass einige Fingerabdrücke bis zu 50 Jahre erhalten bleiben können. Dieser Kommentar wurde aus dem Protokoll gestrichen, da der Zeuge kein Experte für Fingerabdruckidentifikation ist. Vielmehr entwickelt er als Chemiker Methoden zur Erkennung von Fingerabdrücken, führt jedoch keine Abgleichungen zur Identifikation durch.
Cantus Äußerungen könnten jedoch verfrüht gewesen sein, da der forensische Leiter nicht wusste, dass die Tests erst ein Jahr nach der Beschlagnahme des Materials durchgeführt wurden. Cantu war auch nicht darüber informiert, dass die Fingerabdrucktests erst nach einer Aussage des Anklägers vor einer Grand Jury im April 2004 erfolgten, bei der der Junge das Material in die Hand nehmen durfte, und sagte: „Man würde erwarten, diese Analyse zuerst durchzuführen“, so Cantu bei der Kreuzvernehmung durch Jacksons Verteidiger Robert Sanger.
Sheriffs-Technikerin Lisa Hemman, von der Anklage aufgerufen, um Methoden zur Untersuchung von Beweismitteln aus Neverland zu erläutern, gab eine Erklärung dafür ab, warum die Fingerabdruckanalyse nicht sofort durchgeführt wurde.
Hemman versuchte die Verzögerung zu rechtfertigen, indem sie erklärte, dass Fingerabdrucktests DNA zerstören könnten und deshalb die Bedeutung der DNA-Analyse vor den Fingerabdrucktests sehe. „Wir wollten die DNA-Beweise erhalten. Die Verarbeitung für Fingerabdrücke könnte DNA zerstören. Deshalb führt man die DNA-Tests vor den Fingerabdrucktests durch“, sagte sie.
Die Jackson-Jury hat jedoch bereits erfahren, dass in keinem der sichergestellten Materialien DNA-Spuren des Anklägers oder seiner Familie gefunden wurden.
Quelle : AP/MJJForum/eMJey
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