Verteidigung: „Ankläger sind professionelle Kläger“; Ein durchgesickertes Grand Jury-Anklageschreiben
In einem am Donnerstag beim Gericht eingereichten Antrag bat die Verteidigung von Michael Jackson den vorsitzenden Richter Rodney Melville, der Geschworenenjury die bisherige Prozessgeschichte der Familie darlegen zu dürfen.
Die Familie des Anklägers war 1998 in einen Fall gegen das US-Kaufhaus JC Penney verwickelt, bei dem die Familie wegen angeblichen Ladendiebstahls festgehalten wurde. Das Kaufhaus „fand sich Ziel einer betrügerischen Klage, die von professionellen Klägern inszeniert wurde“, sagte Jacksons Verteidiger Robert Sanger. Die Mutter des Anklägers änderte später ihre Aussage und behauptete, die Sicherheitskräfte im Geschäft hätten sie sexuell belästigt.
Das Kaufhaus entschied sich gegen einen Prozess und einigte sich stattdessen auf 150.000 $, aus Sorge, dass die damals an Krebs erkrankte Anklägerin bei einer Grand Jury Mitleid erregen könnte.
Verteidiger Robert Sanger erklärte, die Klage zeige, dass die Frau ein „Muster und eine Praxis hat, ihre Kinder für Betrügereien zu benutzen“.
Das Verteidigungsteam von Jackson warf der Frau außerdem vor, bei der Beantragung von staatlicher Sozialhilfe Einnahmen betrügerisch verschwiegen zu haben. Die Verteidigung führte weiter aus, die Mutter des Anklägers habe ihre Kinder dazu angeleitet, Vertrauen und Mitgefühl bei Menschen zu erwecken, um schließlich Geld von ihnen zu erbitten.
Nur wenige Monate bevor die Anschuldigungen gegen Jackson erhoben wurden, hatte die Frau ein Video aufgenommen, in dem sie den Entertainer lobte und sogar sagte, Jackson sei wie ein Vater für ihre Kinder gewesen und sie habe nie unangemessenes Verhalten von ihm gegenüber ihren Kindern beobachtet.
Ein weiterer Leak, diesmal die Protokolle der Grand Jury vom April 2004, die Michael Jackson anklagte, sind auf thesmokinggun.com verfügbar. Der Leak kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt im Jackson-Prozess, da die Auswahl der Geschworenen bereits begonnen hat und der Prozess möglicherweise nur wenige Wochen entfernt ist.
Obwohl der vorsitzende Richter die potenziellen Geschworenen davor gewarnt hat, Nachrichten zum Fall zu verfolgen, könnten die Protokolle eine Voreingenommenheit erzeugen, falls die Kandidaten einen Blick darauf werfen. „Eine Anhörung vor der Grand Jury ist nur eine Seite der Geschichte, die noch keiner Kreuzverhörprüfung unterzogen wurde“, sagte der örtliche Verteidiger Adrian Andrade. „Ich finde es bedauerlich, dass das gerade jetzt veröffentlicht wird.“
In einem weiteren am Donnerstag eingereichten Gerichtsdokument beantragte Jacksons Verteidigung, dass Bezirksstaatsanwalt Tom Sneddon wegen möglicher Befangenheit von der Verfolgung des Falls ausgeschlossen wird. Die Verteidigung behauptet, der Staatsanwalt sei persönlich in die Ermittlungen des aktuellen Falls involviert gewesen.
Nach einer einwöchigen Verzögerung aufgrund einer Grippeerkrankung Jacksons wird der Prozess am Dienstag fortgesetzt.
Quelle: AFP/ Santa Maria Times/ MJJForum/ eMJey
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