Frank Tyson, nicht angeklagter Mitverschwörer, verteidigt Popstar im Missbrauchsfall
Michael Jacksons langjähriger Freund und Vertrauter Frank Tyson hat noch nie öffentlich über den Popstar gesprochen – bis jetzt. (ABC News)
1. Juni 2005 – Tage bevor die Jury im Fall der Kindesmisshandlung gegen Michael Jackson zu beraten beginnt, äußert sich ein langjähriger Freund und Vertrauter des Popstars erstmals öffentlich und bringt seine Überzeugung zum Ausdruck, dass Jackson unschuldig ist.
Frank Tyson sagte gegenüber ABC News' "Primetime Live"-Moderatorin Cynthia McFadden: „[Es besteht] für mich kein Zweifel, wer die Wahrheit sagt. Ich weiß, wer die Wahrheit sagt und ich weiß, wer lügt.“ Tyson, der als Assistent für Jackson arbeitete, versuchte, Zweifel an dem Teenager zu säen, der den Popstar beschuldigt.
„Er kam von der Straße, dieses Kind... Und er ist nicht wie ein schüchterner kleiner Junge... Er ist tough... Wenn ihn jemand falsch anfasst oder bedrängt – er ist der Erste, der zurückschlägt,“ sagte Tyson.
Wenn die Vorwürfe wahr wären, so Tyson, „wäre er der Erste, der Michael eine reinhaut und sagt: ‚Scheiß drauf. Ich mache das nicht.‘“
Jackson, 46, sieht sich vier Anklagepunkten wegen Missbrauchs eines 13-jährigen Jungen, vier Anklagepunkten wegen Verabreichung von Alkohol, einem Anklagepunkt wegen Verschwörung und einem Anklagepunkt wegen versuchten Missbrauchs gegenüber. Tyson, 24, ist ein angeblicher nicht angeklagter Mitverschwörer in dem Fall. Die Staatsanwaltschaft behauptet, er sei einer von mehreren Jackson-Vertrauten gewesen, die die Familie des Jungen kontrollierten und bedrohten, nachdem der Ankläger in einer Dokumentation sagte, er habe im Bett des Popstars geschlafen.
Tyson sagte, er spreche jetzt öffentlich, weil er seine Unterstützung für den Popstar ausdrücken wolle, den er als „eine Vaterfigur, einen Bruder“ beschrieb.
„Ihn jeden Tag vor Gericht zu sehen, zerbrechlich, 40 Kilo leicht. Ihn Tag für Tag schwächer werden zu sehen – das fällt mir schwer,“ sagte Tyson.
„Zu sehen, wie sie versuchen, ihn zu zerstören, ich werde nicht einfach zu Hause in meinem Sessel sitzen und zusehen, wie ihn das trifft.“
Tyson: „Mutter ist wahnhaft“
Die Anklage wirft Tyson vor, eine Rolle dabei gespielt zu haben, die Familie gegen ihren Willen auf Jacksons Neverland-Ranch festzuhalten, doch Tyson bestreitet, dass es eine solche Verschwörung gab. „Es gab so etwas wie eine Geiselnahme der Familie oder eine Verschwörung nicht,“ sagte er. „Das ist etwas, das die Staatsanwaltschaft und diese Mutter erfunden haben.“
Tatsächlich sei der Ankläger wütend auf seine Mutter gewesen, weil sie gehen wollten.
„Man würde denken, wenn [der Ankläger] unangemessen berührt worden wäre, wäre er der Erste, der sagt: ‚Danke Mama, dass du mich weggebracht hast‘,“ sagte Tyson.
Tyson bezeichnet die Mutter des Anklägers als „wahnhaft“.
„Ich glaube wirklich, dass sie sich das in ihrem Kopf ausgedacht hat,“ sagte er. „Das ist eine Familie und eine Mutter, die alles tun würde, um irgendeine Art von Ruhm zu erlangen. Sogar bis zu diesem Ausmaß.“
Die Anklageschrift besagt außerdem, Tyson habe sie zu einem Zeitpunkt bedroht und dem Ankläger zwischen Februar und März 2003 angeblich gesagt: „Ich könnte deine Mutter umbringen lassen.“
Tyson sagt, diese Behauptung sei eine Lüge. „Als ob ich Frank Tyson aus Jersey bin, aus den ‚Sopranos‘?“ sagte er. „Komm schon, Mann! Das ist verrückt! Ich bin nicht diese Person.“
Kein Porno, kein Alkohol
Tyson wies auch die weiteren Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Jackson zurück.
Die Anklage behauptet, er und Jackson hätten dem Ankläger und seinem Bruder Pornografie im Internet gezeigt, doch Tyson sagt, er und Jackson seien nicht im Raum gewesen, als die Jungen die Webseiten selbst gefunden hätten.
Er sagte, der Popstar habe sich Sorgen gemacht, als sie das taten. „Er sagt: ‚Frank, das dürfen sie nicht machen. Ich will nicht, dass das auf mich zurückfällt,‘“ erzählte Tyson McFadden.
Tyson bestritt auch, dass Jackson jemals Kindern Alkohol aufgezwungen, gegeben oder angeboten habe. „Das würde er niemals tun,“ sagte er.
Er gab zu, dass Jackson Alkohol aus Dosen trank, wenn Kinder in seiner Nähe waren. Aber er sagte, der Popstar habe dies genau getan, um die Kinder um ihn herum zu schützen – damit sie ihn nicht beim Alkoholkonsum sehen und denken, sie müssten es selbst ausprobieren.
„Er ist weltweit bekannt,“ sagte Tyson.
„Er will kein Kind beeinflussen, besonders nicht, Alkohol zu trinken.“
Quelle: ABC News/eMJey CA
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