Quincy Jones spricht über ‚Thriller‘
Quincy Jones spricht über 'Thriller'
(22.11.2012) Produzent Quincy Jones wurde letzten Monat von The Denver Post interviewt, während er an einer Benefizveranstaltung für die Global Down Syndrome Foundation in Denver (USA) teilnahm. Er sprach über das Album 'Thriller', das am 30. November 1982 veröffentlicht wurde und somit bald 30 Jahre alt wird. Quincy Jones sagte, sein Ziel sei es nicht gewesen, das meistverkaufte Album der Geschichte zu produzieren.
„Unser grundlegender Plan war, Disco zu verdrängen. Das war die Quintessenz. Ich bewunderte Disco, versteht mich nicht falsch. Ich dachte nur, es sei weit genug gegangen. Wir mussten woanders hin.“
Die kulturelle Wirkung von 'Thriller' ist weltweit noch immer spürbar:
„Überall, wo wir hinkommen“, sagte Jones, „ist es egal, ob es Soweto, Kairo, Monte Carlo, Abu Dhabi oder Shanghai ist, wenn wir um Mitternacht in einer Disco sind, spielen sie immer noch dieses Lied.“
Reece Livingstone, Absolvent der Colorado State University, der heute in Golden lebt, war ein Zombie-Tänzer im „Thriller“-Video. Man sieht in einer Nahaufnahme einer Straßenszene Blut aus seinem Mund kommen. Später unterrichtete er gefährdete Schüler an einer High School in South Central Los Angeles, die Michael ein Jahr nach der Veröffentlichung von „Thriller“ besuchte.
„Ein wirklich wütender schwarzer Junge an der Schule hielt Jackson für einen Verräter, der mit der Farbe seiner Haut nicht zufrieden war“, sagte Livingstone. Michael schüttelte an diesem Tag die Hand des Jugendlichen, „und von diesem Moment an war er ein anderer Mensch. Das eine Vermächtnis, das ich aus dieser ganzen Erfahrung mitnehme, ist, dass dieser Junge wegen Michael Jackson nicht tot ist.“
Livingstone erinnert sich, dass Michael Jackson „ein wenig verärgert“ darüber war, dass es zur Zeit der Albumveröffentlichung so wenige Künstler mit Migrationshintergrund auf MTV gab, und sagte, Jackson habe es genossen, diese Barriere zu durchbrechen.
Man kann mit Recht sagen, dass die meisten Menschen aus erster Hand Erfahrung mit dem „Thriller“-Fieber haben. Die ehemalige Schauspielerin aus Denver, Murphy Funkhouser Capps, lebte bis zu ihrem siebten Lebensjahr im Ausland, bevor ihr Vater, der beim Militär war, in die USA versetzt wurde.
„Wir kamen 1982 nach Hause, und das erste, was ich im Fernsehen sah, war ein Michael-Jackson-Video“, sagte sie. „Mein erster Gedanke war: ‚Wow ... das ist Amerika? Großartig.‘“
Der Armeeveteran John Paul Rojas aus Denver war 9 Jahre alt und wuchs in Sidney (Nebraska, USA) auf, als ihn das Fieber packte:
„Ich erinnere mich, wie ich auf unserem glänzenden Linoleumboden in meinem Einteiler-Pyjama herumrutschte, während dieses Album lief und meine Eltern ihre Freunde unterhielten“, sagte er. Im nächsten Jahr kauften seine Eltern Rojas zu Weihnachten eine rote M.J.-Jacke mit einem glitzernden Handschuh – und einen Broncos-Mantel. „Und ich wurde mehr wegen des Broncos-Mantels gehänselt als wegen der M.J.-Jacke“, sagte er.
Zurück zu Quincy Jones: Er sagte, dass der 30. Jahrestag von 'Thriller' wahrscheinlich ohne großes Aufsehen vorübergehen wird, wegen Michael Jacksons Tod. Er sagt, er habe keine sinnvolle Verarbeitung seines Todes finden können.
„Es ist einfach tragisch, dass jemand uns mit 50 Jahren verlassen musste“, sagte Jones, der sich in Luxemburg befand, als Jackson starb. „Ich war auf Einladung des Herzogs und der Herzogin dort. Es gab eine Band, die uns am Flughafen einen wunderbaren Empfang bereitete, und auf dem Weg in die Stadt sagte der Herzog zu mir: ‚Übrigens, Farrah Fawcett, Ed McMahon und Michael Jackson sind gerade gestorben.‘ Das hat mich völlig umgehauen... Michael hatte alles: Talent, Anmut, Professionalität und Hingabe. Er war der perfekte Entertainer, und sein Beitrag und Vermächtnis werden für immer spürbar sein.“
Um ein Video des Interviews mit Quincy Jones anzusehen, klicken Sie bitte hier.
Quelle: MJFC / The Denver Post
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